Minimalismus mit Familienwünschen in Einklang bringen

Minimalismus mit Familienwünschen in Einklang bringen

Ich bin in der glücklichen Lage, dass bei uns alle – mal abgesehen von den Kindern und ihrem Spielzeug – beim Minimalismus an Bord sind. Den Minimalismus, den jeder für sich lebt, definiert jeder selbst, und das ist gut so. Jeder hat seine eigenen Motivationen und Bedürfnisse.

Herausforderungen können da entstehen, wo alle Bedürfnisse berücksichtigt werden müssen, beispielsweise bei Anschaffungen, die den gemeinsamen Haushalt betreffen. Es kann vorkommen, dass sich die Familie Dinge wünscht, die man selbst nicht kaufen würde.

Der Familie nicht die eigene Konsumeinstellung aufzwängen

Ich versuche bei mir persönlich im Moment, jedweden Konsum und jede Anschaffung zu hinterfragen. Ich vermeide Impulskäufe (aber diese neuen iPad-Keyboards…) und nach ein paar Tagen verschwindet der Wunsch danach meist (wollte ich echt mal dieses neue MacBook Air?).

Wenn das Ablehnen von Anschaffungen schon bei Dingen sehr leicht fällt, die man eigentlich gern hätte, fällt es umso leichter bei Wünschen, mit denen die Familie um die Ecke kommt, und die man bis dato noch gar nicht auf dem Zettel hatte. Hier ist dann allerdings die eigene Konsequenz fehl am Platz und führt nur dazu, dass man seine Liebsten vor den Kopf stößt – ein Fettnäpfchen, in das ich immer wieder reintrete.

Den Anlass für diesen Artikel haben zwei Beispiele aus den letzten Wochen gegeben.

Beispiel 1: Grill

Wir leben in einer kleinen Reihenhaussiedlung, in der viele Gärten aneinander angrenzen. Als das Wetter vor ein paar Tagen anfing, schöner zu werden, ging das große Grillen los. Es vergeht kein Tag, an dem nicht in mindestens einem Garten in der Nachbarschaft gegrillt wird.

Wir besitzen keinen Grill. Inspiriert vom bunten Treiben in den Nachbargärten hat meine Familie den Wunsch angemeldet, ebenfalls einen Grill anzuschaffen.

Ich war erstmal im Ablehnungsmodus. Wir würden etwas anschaffen, das eine Menge Platz weg nimmt und das wir doch nicht regelmäßig nutzen würden. Wir würden das Grillen auch nicht so zelebrieren wie der fleischessende Teil der Bevölkerung (ja, mir ist bewusst, dass es unendlich viele vegane Alternativen gibt.). Und wirklich brauchen tun wir ihn ohnehin nicht.

Mittlerweile habe ich mich mit der Idee angefreundet und muss zugeben, dass die Möglichkeit, hin und wieder mit der Familie grillen zu können, schön wäre. Ich bin zwar noch nicht restlos begeistert von der Idee, aber da der Rest der Familie sich einen Grill wünscht, würde ich dem nicht im Weg stehen.

Wir sind uns aber einig darin, was wir nicht wollen: Wir wollen keinen von diesen riesigen Protzgrills, die dauerhaft unseren Terrassenplatz belegen würden. Es muss etwas sein, das in unsere Definition von Minimalismus passt: Er muss praktisch sein, darf nicht viel Platz wegnehmen, sollte einfach wegzuräumen sein, sollte nicht viel Arbeit machen und trotzdem genug Raum für das Grillgut einer vierköpfigen Familie bieten. Für Tipps wären wir sehr dankbar.

Beispiel 2: Wassersprudler

Ich trinke fast ausschließlich Leitungswasser aus der Brita-Kanne. Dementsprechend wäre ich nie auf die Idee gekommen, einen Wassersprudler anzuschaffen. Allerdings gibt es Getränke, die wir noch regelmäßig in Plastikflaschen kaufen. Und diese Plastikflaschen sind uns allen ein Dorn im Auge.

Wir haben uns gemeinsam das Ziel gesetzt, diese Plastikflaschen loswerden zu wollen. Ein Wassersprudler könnte die entsprechenden Getränke wunderbar ersetzen und wir sind zu der Überzeugung gelangt, dass wir ihn regelmäßig nutzen würden.

Daher war ich schnell überzeugt, einen anzuschaffen. Zufälligerweise war er gerade letzte Woche im Angebot und wir haben zugeschlagen. Seit wir ihn haben, ist er im Dauereinsatz und wir sind sehr zufrieden damit.

Den eigenen Minimalismus nicht zu wichtig nehmen

Die Schlussfolgerung daraus ist für mich, dass man den eigenen Minimalismus zwar wichtig, aber nicht zu wichtig nehmen sollte. Bei all der persönlichen Konsequenz sollte man immer offen gegenüber den Wünschen und Bedürfnissen seiner Liebsten sein und nicht alles, was nicht in die eigene Minimalismusdefinition passt, grundsätzlich ablehnen.

Mir selbst fällt dieser Spagat oft schwer. Oft überwiegt bei mir im ersten Moment der Ablehnungsimpuls und nach dem ersten rationalen Nachdenken kommt die Einsicht. Mich würde interessieren, an welchen Stellen ihr euren Minimalismus verhandeln müsst und wie ihr damit umgeht.

Barbecue“ by WordRidden is licensed under CC BY 2.0.

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