Marie Kondo Magic Cleaning

Marie Kondos KonMari-Methode am Beispiel meines Kleiderschranks

Mir ist wichtig, Minimalismus nicht auf Ausmisten zu reduzieren. Ich werde demnächst in einem Artikel darauf eingehen, welche Aspekte mir beim Minimalismus besonders wichtig sind. Dieser Aussage zum Trotz wird es heute um das Ausmisten gehen, genaugenommen um die wohl bekannteste Methode dafür.

Ich habe vor ein paar Tagen damit begonnen, Magic Cleaning von Marie Kondo zu lesen. Im Buch geht es um die nach der Autorin benannte KonMari-Methode, die in den letzten Jahren zu großer Berühmtheit gekommen ist. Das Versprechen ist, dass wenn man seinen Haushalt nach dieser Methode ausmistet und aufräumt, keinen Rückfall erleidet und die erlangte Ordnung dauerhaft ist.

KonMari-Regeln

Dafür muss man die Anweisungen im Buch möglichst genau befolgen. Zunächst ist es wichtig, dass man möglichst schnell ausmistet. Kondo definiert das als innerhalb von sechs Monaten, was ich persönlich nicht sehr schnell finde. Aber ich lebe auch nicht in einem großen Haus mit Kellern und Dachböden voll von Zeug.

Der nächste Grundsatz steht Ratschlägen, die man sonst liest, entgegen: Man soll nicht Raum für Raum oder Schrank für Schrank oder Schublade für Schublade ausmisten. Stattdessen wird streng nach Kategorien (z.B. Kleidung oder Bücher) ausgemistet. Grund dafür ist, dass in den meisten Haushalten nicht alle Gegenstände einer Kategorie am gleichen Ort gelagert werden und wir oft gar nicht wissen, was wir alles besitzen. Man nimmt zuerst alle Gegenstände einer Kategorie aus ihren Lagerorten und sammelt sie auf einem großen Haufen. Dann nimmt man jeden Gegenstand einzeln in die Hand und beobachtet, was man fühlt. Macht einen dieser Gegenstand glücklich? Nur in diesem Fall darf er bleiben, ansonsten wird er aussortiert.

Zuletzt ist noch wichtig, dass man die Kategorien in der richtigen Reihenfolge abarbeitet. Die Theorie dahinter ist, dass man mit den einfachsten Kategorien anfängt und so die richtig schwierigen Entscheidung möglichst spät treffen muss, wenn man die Methode schon kompetent anwenden kann. Die Reihenfolge, die Kondo vorgibt, ist folgende:

  1. Kleidung
  2. Bücher
  3. Schriftstücke
  4. Kleinkram
  5. Erinnerungsstücke

Ich habe Marie Kondo auf meinen Kleiderschrank losgelassen

Mein Kleiderschrank hatte in letzter Zeit schon zwei Ausmistwellen hinter sich war entsprechend schon reduziert. Ich hatte aber das Gefühl, dass da noch mehr bzw. weniger geht. Daher habe ich beschlossen, meiner Kleidung die volle KonMari-Behandlung zu geben. Zuerst habe ich alle meine Kleidungstücke aus dem ganzen Haus zusammen gesucht und auf dem Bett platziert. Als ich diesen Berg auf und die ganzen Paar Schuhe neben dem Bett sah, war ich ernsthaft schockiert darüber, wieviel Kleidung ich noch hatte.

Mein Kleiderberg
Mein Kleiderberg

Dann bin ich jedes Kleidungsstück einzeln durchgegangen und habe entschieden, was ich behalte. So ist nochmal ein großer Sack voll Zeug ausgemistet worden. Die Dinge, die ich behalten wollte, mussten dann wieder eingeräumt werden. Auch hier hat Marie Kondo genaueste Vorstellungen, wie man das zu machen hat. Ich habe versucht, mich auch an diese Tipps zu halten.

Zunächst lehnt sie Bügel ab. Kondo argumentiert, dass man seine Kleidung wesentlich platzsparender einräumen kann, wenn man sie faltet anstatt sie aufzuhängen. Nur das absolut Nötigste sollte auf Bügeln aufgehängt werden. Ebenfalls tabu ist das Stapeln von Kleidung. Man kennt es aus Geschäften, wo Kleidung ordentlich gefaltet und in Stapeln aufgetürmt ist. So sollte es im heimischen Kleiderschrank auf keinen Fall aussehen. Stattdessen wird die hübsch gefaltete Kleidung hochkant nebeneinander aufgestellt.

Ich bin noch nicht der geübteste Klamottenfalter, aber ich habe versucht, mich an Kondos Anweisungen zu halten und ich finde, zwischen meinem Kleiderschrank wie er vorher aussah und wie er jetzt aussieht, liegen Welten. Es bereitet mir gerade sehr viel Freude, den Schrank zu öffnen und meine Klamotten für den Tag herauszunehmen. Ich erwische mich auch mehrfach täglich dabei, wie ich meinen Schrank nur um hineinzuschauen öffne.

Vor und nach KonMari

Experiment geglückt, aber beim Loswerden weiche ich ab

Ich bin sehr glücklich damit, welche Auswirkungen die KonMari-Methode auf meinen Kleiderschrank gehabt hat. Ich habe am Folgetag das Momentum genutzt und das gleiche nochmal auf meinen schon reduzierten Bücherbestand angewendet. Auch hier konnte ich noch einiges aussortieren.

Beim Loswerden der aussortierten Gegenstände werde ich mich aber definitiv nicht an Marie Kondos Anweisungen halten. Bei ihr gibt es für Aussortiertes nur ein Ziel: die Mülltonne. Die Möglichkeit, einwandfreie Dinge zu spenden, zu verschenken oder zu verkaufen, zieht sie nicht in Betracht. Ich persönlich habe ein Problem damit, Dinge einfach auf den Müll zu werfen und hoffe, dass sie ihren Weg zu Menschen finden, die daran noch eine Freude haben.

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2 Kommentare

  1. Da fühle ich mich direkt zurückversetzt an die Anfänge meines Blogs. Einer meiner ersten Blog Artikel war über die KonMari-Methode. Nach wie vor finde ich den Aha-Effekt beim Zusammentragen einer Kategorie, wie z.B. bei dir der Kleiderberg, als sehr wirkungsvoll, um besser loslassen zu können. Wenn die Dinge quer durch die Wohnung verteilt sind, ist es nicht wirklich sicht-/spürbar, wie viel wir tatsächlich besitzen.

    Mit der Mülltonnen-Vorgehensweise hatte ich ebenfalls schon immer meine Probleme. Ich empfehle daher auch ganz gerne das Buch Dan Sha Ri, das mehr Nachhaltigkeit im Fokus hat, falls du das noch nicht kennen solltest. Wenn es dich interessiert, hier meine kleine Zusammenfassung zu Dan Sha Ri: https://www.gedankenshift.de/ordnung/2018/05/27/aufraumen-mit-dan-sha-ri-leben-im-hier-und-jetzt.html

  2. Hallo Aljona,

    vielen Dank für deinen netten Kommentar!

    Ein weiterer Aha-Effekt, der bei mir mittlerweile auftritt, ist die Einsicht nach dem Ausmisten, mit wie wenig Kleidung man eigentlich auskommt. Mit dem Wissen kann ich bestimmt nach einiger Zeit nochmal durch den Kleiderschrank gehen und noch mehr loswerden 🙂

    Dan Sha Ri kenne ich noch nicht, dein toller Artikel hat aber definitiv mein Interesse geweckt. Danke für den Tipp!

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